Treffen einer DJG-Delegation mit der Ministerin für Planung und Internationale Zusammenarbeit (MoPIC) Dr. Afrah Alzouba in der Botschaft des Jemen in Berlin am 03. Juli 2026. Für die DJG waren dabei die Vorsitzende Gudrun Orth, Dr. Iris Glosemeyer, Nadia Al- Najjar und Beisitzer der DJG Mohamed Al- Gindari. 

Ministerin Alzouba teilte ihre Eindrücke und Erfahrungen aus den Treffen der vergangenen Tage mit uns. Sie stieß überall auf Interesse und Wohlwollen dem Jemen gegenüber und freute sich über viel Experten- und Erfahrungswissen bei deutschen Gesprächspartner:innen. Die Situation im Jemen schilderte sie realistisch und wies darauf hin, dass alle Krisen und Konflikte in der Region und der Welt den Jemen direkt treffen. Dazu kommen die Auswirkungen des Klimawandels als Trockenperioden oder Überflutungen. Von daher appelliert sie an die ethische Verantwortung der Industrieländer, den Jemen in dieser kritischen Phase zu unterstützen. Dabei solle die internationale Unterstützung langfristig stärker auf nachhaltige Entwicklung ausgerichtet werden. Humanitäre Hilfe bleibe zwar wichtig, gleichzeitig müsse aber die Eigenständigkeit des Landes gestärkt werden. Durch eine bessere Koordinierung zwischen Regierung, Gebern, UN-Organisationen und lokalen NGOs solle die Effizienz gesteigert werden.  

Es wurden bereits einige Vorhaben angestoßen, um die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren und die Verlässlichkeit von Dienstleistungen, auch im Finanzwesen, zu erhöhen. Die Befugnisse der Zentralbank wurden ausgeweitet, im Energie- und Wassersektor werden weiterhin die Kapazitäten ausgebaut, da gibt es Anreize für Public Private Partnerships. Eine engere 

Zusammenarbeit mit jemenitischen Institutionen und NGOs zum effizienteren Einsatz von Finanzmitteln wird angestrebt. Als Beispiele nannte sie den SFD (Social Fund for Development) und SMEPS (Small and Micro Enterprises Promotion Services) und eine Stärkung der Cash for Work – Programme. Ziel sei, Investitionen zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen. Mit besseren Evaluierungssystemen soll die Nachhaltigkeit gesichert werden. 

Das Kabinett hat ein Budget verabschiedet, an eine Veröffentlichung ist nicht gedacht. Schwerpunkte sind die Steuer- und Zollsysteme sowie die Stärkung des Gesundheits- und Bildungssystems. Ziel der Regierung ist die Sicherung der Lebensgrundlagen für alle. 

Wir danken Botschafter Al-Eriyani für die freundliche Aufnahme und Ministerin Alzouba für das positive und offene Gespräch in sehr angenehmer Atmosphäre. Zum Abschluss des Treffens überreichten wir der Ministerin eine kleine Geschenktüte mit Produkten “Made in Germany” zur Erinnerung an die DJG. 

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