Internationales Jemenitisches Kunst- und Filmfestival in Marburg

Im Rahmen des Internationalen Jemenitischen Film- und Kunstfestivals in Marburg (Capitol, Biegenstraße 8, 35037 Marburg) findet nach der letzten Filmvorführung am 2. Juni 2015 von 21:30 Uhr bis 22:30 Uhr ein Podiumsgespräch statt.

Am 3. Juni 2015 wird im Centrum für Nah- und Mitteloststudien der Philipps-Universität Marburg (Deutschhausstraße 12, 35037 Marburg) im Raum 00A23 von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr die Möglichkeit für weitere Fragen und Austausch mit den Podiumsgästen gegeben.

Chair und Ansprechpartnerin für beide Veranstaltungen ist Anne-Linda Amira Augustin.


Podiumsgäste:

Nawal al-Maghafi arbeitet als Journalistin und Filmemacherin für die Nachrichtenagentur Reuters, die Sender Channel 4, BBC NewsNight, BBC World und BBC Arabic. Während des „Arabischen Frühlings“ berichtete sie von Orten, die von den Massenmedien meist unbemerkt blieben: Als eine der ersten Journalisten reiste sie in das Gebiet Saada und führte dort ein exklusives Interview mit dem damaligen Anführer der Houthi-Bewegung Mohammad Badradin al-Houthi. Undercover drehte sie Reportagen über die Notlage der schiitischen Bevölkerung in Saudi-Arabien. Sie berichtete über die zahlreichen äthiopischen Migranten, die auf ihrem Weg nach Saudi-Arabien im Jemen gekidnappt und vom jemenitischen Militär gefoltert wurden.

Sara Ishaq ist eine jemenitisch-schottische Filmemacherin. Während der jemenitischen Proteste 2011 begann sie für BBC Radio und BBC World Service zu arbeiten. 2012 stellte sie den Dokumentarfilm „Karama Has No Walls“ fertig, der 2014 für die Oscarverleihung nominiert wurde. Sara Ishaq studierte an der University of Edinburgh und erhielt dort einen Master of Fine Arts in Regie. Sie versucht die lokale jemenitische Filmproduktion zu entwickeln und hat ihr eigenes Filmproduktionshaus „Setara Films“ gegründet. Sara hat die Antikriegskampagne „kefayawar” initiiert, die sich gegen interne und externe Aggression im Jemen richtet. Sie setzt sich derzeit in Ägypten für die wegen des Krieges ungewollt gestrandeten Jemeniten ein und versucht mittels Spenden Medikamente und Unterkünfte zu organisieren.

Amal Nasser ist Ökonomin und wird in diesem Jahr ihren Master in Industrial Economics an der Technischen Universität Berlin abschließen. Sie ist Bloggerin und schreibt über Politik und Gesellschaft im Jemen. Sie hat bereits bei einigen arabischen Online-Nachrichtenkanälen mitgewirkt. Sie ist Mitbegründerin des Berliner ArabHub. Dort tauschen sich Berliner über aktuelle politische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen in den arabischen Staaten aus, u.a. werden kulturelle Musik-, Film- und Kunstveranstaltungen organisiert.

Marie-Christine Heinze ist Vorstandsvorsitzende von CARPO - Center for Applied Research in Partnership with the Orient. Von 2012 bis 2014 leitete sie an der Universität Bonn ein gemeinsam mit einem jemenitischen Partnerinstitut implementiertes Forschungsprojekt zum „Arabischen Frühling“ im Jemen. Ihre Dissertation zu materieller Kultur und sozialem Wandel im Jemen in der Sozialanthropologie an der Universität Bielefeld hat sie vor kurzem eingereicht. Seit 2008 arbeitet sie regelmäßig als Beraterin zu Entwicklung und politischem Wandel im Jemen. Sie ist außerdem Redakteurin des Jemen-Reports, dem Magazin der Deutsch-Jemenitischen Gesellschaft e.V..