Seit 1986 steht die Altstadt von Sana'a auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Hauptstadt des Jemen liegt etwa 2200 Meter über dem Meeresspiegel. Die Hochebene ist seit etwa 2500 Jahren besiedelt - der Legende nach handelt es sich überhaupt um die älteste Stadt der Welt. In der europäischen Antike tauchte der Name Sanaw jedenfalls bereits in Inschriften auf. "Schon damals muss es sich um eine ansehnliche Stadt am Schnittpunkt wichtiger Handelswege gehandelt haben", schreibt der Kulturgeograph Prof. Horst Kopp in seiner Länderkunde über den Jemen.
Viele der "Hochhäuser" mit ihrer unverwechselbaren Architektur gehen auf die Zeit vor dem 11. Jahrhundert zurück. Pulsierend ist das Leben in den Gassen des Suq. Eine Augenweide ist der Gewürzmarkt, ein Geheimtipp der Rosinenmarkt.
Dramatisch drohen für die Stadt mit ihren heute drei bis vier Millionen Einwohnern die Probleme der Wasserversorgung zu werden.
Wegen der Lehmhochhäuser in der Art von "Wolkenkratzern" spricht man auch vom "Manhattan in der Wüste". Hier ist das Zentrum des Hadramaut, und goldgelb leuchtet der Ort beim Sonnenuntergang. Die Geschichte der einzigartigen Stadt reicht mindestens 2000 Jahre zurück. Sie war einmal ein Knotenpunkt des Karawanenhandels und wichtiger Ausgangspunkt der sagenhaften Weihrauchstraße. 1982 wurde Shibam von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Um eine erhaltende, sich wirtschaftlich selbst tragende Stadtentwicklung zu fördern, die auf den Möglichkeiten und Fähigkeiten der Bewohner und der Lokalverwaltung aufbaut, engagiert sich die GTZ in Shibam mit einem ihrer Projekte. Auf dieser Grundlage haben laut GTZ inzwischen rund 100 Besitzer ihre Häuser saniert und hierfür auch erhebliche Eigenmittel mobilisiert. Sie wurden von jungen Baumeistern beraten, die sowohl die alten Bautraditionen kennen als auch moderne Techniken einzusetzen wissen. Gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen wurden Kurse zu Handwerkskunst und Computer- und Alphabetisierungskurse angeboten. Manche der einst blühenden Oasengärten wurden rekultiviert und bieten so Bauernfamilien wieder eine wichtige Erwerbsquelle.
Die "Drachenblutbäume" sind ihr Markenzeichen, 2008 wurde die Insel - die fast 500 km südlich vom Festland liegt - von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Wegen der zu einem großen Teil endemischen Flora und Fauna spricht man auch von den "Galapagos-Inseln des Indischen Ozeans". Die so einzigartige Entwicklung ist durch die Trennung vom Festland vor vermutlich etwa 20 Millionen Jahren zu erklären. Auch noch heute wird auf Sokotra Weihrauch gewonnen.
Bereits im Altertum war Sokotra als "Insel des Glücks" bekannt. Nach der Legende soll der Apostel Paulus hier im 1. Jh. eine christliche Gemeinde gegründet haben. Auch Marco Polo landete hier. Heute leben auf Sokotra rund 50 000 Einwohner auf knapp 3600 qkm. Im Inneren ragt das Haggier-Gebirge bis zu 1500 m auf. Wenig besiedelt ist das zentrale und östliche Hochplateau mit bis zu 1000 m Höhe.
Wegen des Monsuns ist die Insel vier Monate lang im Jahr vom Festland weitgehend abgeschnitten. In den restlichen Monaten gelangen zunehmend Touristen über den 1999 eröffneten Flughafen hierher. Das ist nicht unproblematisch, denn das Ökosystem ist äußerst sensibel, und die Lebensbedingungen der Bevölkerung sind sehr hart. Lebensmittel müssen eingeführt werden. Touristen übernachten auf Rundfahrten in Camps und sind strikt auf einheimische Fremdenführer angewiesen. Sokotra ist ein Erlebnis, Besucher erwartet eine Expedition ohne jeglichen Luxus. Besondere Rücksichtnahme auf die Umwelt und die Wertvorstellungen der Bewohner sind hier Verpflichtung.
Seit 1994 steht auch Zabid auf der Liste. Der Ort war zwischen dem 13. und 15. Jh. Hauptstadt des Jemen und insbesondere wegen seiner Universität bekannt. 2000 kam Zabid allerdings auf die Liste des "World Heritage in Danger". Zu diesem Zeitpunkt waren 40 % der alten Häuser durch neue ersetzt, und der Suk war fast ganz aufgelöst. Über den Verbleib auf der Liste soll 2010 neu entschieden werden.