Das 1. Internationale Jemenitische Film- und Kunstfestival 2015

Die Woche des 1. Internationalen Jemenitischen Film- und Kunstfestivals war eine Zeit voller Begegnungen und Austausch. Vom 2. bis 5. Juni 2015 wurden verschiedene, vorwiegend dokumentarische Kurzfilme sowie Fotografien aus dem Jemen in Marburg und Leipzig gezeigt. Unter anderem war der im Jahr 2014 für den Oscar nominierte Film "Karama has no walls" von Filmemacherin Sara Ishaq zu sehen. In beiden Städten endeten die Filmvorführungen mit hochkarätig besetzten Podiumsgesprächen zur aktuellen Lage im Jemen. Mit mehr als 250 Gästen und einer ausverkauften Abschlussveranstaltung war das Festival ein voller Erfolg.

Programm des Festivals 2015: Marburg und Leipzig

Medienecho:
HROnline, Leipziger Internet Zeitung, Frankfurter Neue Presse, Focus, OP Marburg, Welt, Radio Blau, LVZ, Radio Corax

Podiumsgäste:
Nawal al-Maghafi arbeitet als Journalistin und Filmemacherin für die Nachrichtenagentur Reuters, die Sender Channel 4, BBC NewsNight, BBC World und BBC Arabic. Während des „Arabischen Frühlings“ berichtete sie von Orten, die von den Massenmedien meist unbemerkt blieben: Als eine der ersten Journalisten reiste sie in das Gebiet Saada und führte dort ein exklusives Interview mit dem damaligen Anführer der Houthi-Bewegung Mohammad Badradin al-Houthi. Undercover drehte sie Reportagen über die Notlage der schiitischen Bevölkerung in Saudi-Arabien. Sie berichtete über die zahlreichen äthiopischen Migranten, die auf ihrem Weg nach Saudi-Arabien im Jemen gekidnappt und vom jemenitischen Militär gefoltert wurden.

Sara Ishaq ist eine jemenitisch-schottische Filmemacherin. Während der jemenitischen Proteste 2011 begann sie für BBC Radio und BBC World Service zu arbeiten. 2012 stellte sie den Dokumentarfilm „Karama Has No Walls“ fertig, der 2014 für die Oscarverleihung nominiert wurde. Sara Ishaq studierte an der University of Edinburgh und erhielt dort einen Master of Fine Arts in Regie. Sie versucht die lokale jemenitische Filmproduktion zu entwickeln und hat ihr eigenes Filmproduktionshaus „Setara Films“ gegründet. Sara hat die Antikriegskampagne „kefayawar” initiiert, die sich gegen interne und externe Aggression im Jemen richtet. Sie setzt sich derzeit in Ägypten für die wegen des Krieges ungewollt gestrandeten Jemeniten ein und versucht mittels Spenden Medikamente und Unterkünfte zu organisieren.

Amal Nasser ist Ökonomin und wird in diesem Jahr ihren Master in Industrial Economics an der Technischen Universität Berlin abschließen. Sie ist Bloggerin und schreibt über Politik und Gesellschaft im Jemen. Sie hat bereits bei einigen arabischen Online-Nachrichtenkanälen mitgewirkt. Sie ist Mitbegründerin des Berliner ArabHub. Dort tauschen sich Berliner über aktuelle politische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen in den arabischen Staaten aus, u.a. werden kulturelle Musik-, Film- und Kunstveranstaltungen organisiert.

Marie-Christine Heinze ist Vorstandsvorsitzende von CARPO - Center for Applied Research in Partnership with the Orient. Von 2012 bis 2014 leitete sie an der Universität Bonn ein gemeinsam mit einem jemenitischen Partnerinstitut implementiertes Forschungsprojekt zum „Arabischen Frühling“ im Jemen. Ihre Dissertation zu materieller Kultur und sozialem Wandel im Jemen in der Sozialanthropologie an der Universität Bielefeld hat sie vor kurzem eingereicht. Seit 2008 arbeitet sie regelmäßig als Beraterin zu Entwicklung und politischem Wandel im Jemen. Sie ist außerdem Redakteurin des Jemen-Reports, dem Magazin der Deutsch-Jemenitischen Gesellschaft e.V..

Mareike Transfeld arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin und war dort bis Februar 2015 in dem Projekt „Elitenwandel und neue soziale Mobilisierung in der arabischen Welt“ tätig. Davor war sie Leiterin der Wissenschaftsabteilung am Yemen Polling Center in Sanaa. Sie hat einen Magisterabschluss an der Universität Erlangen-Nürnberg in den Fächern Politikwissenschaft, Islamwissenschaft und Neuere und Neueste Geschichte. Seit ihrer Jugend lebte sie insgesamt acht Jahre lang in Sanaa.

Die Podiumsdiskussionen wurden von Anne-Linda Amira Augustin, Jemen-Forscherin an der Philipps-Universität Marburg und DJG-Vorstandsmitglied, geleitet.

In Kooperation mit:
Yemen Peace Project, Forschungsnetzwerk "Re-Konfigurationen. Geschichte, Erinnerung und Transformationsprozesse im Nahen Osten und Nordafrika" an der Philipps-Universität Marburg, gefördert durch das BMBF, Fachschaft der Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Universität Marburg, eurient e.V. Verein für transmediterranen Kulturdialog, Cineding Leipzig, Capitol Marburg

Eindrücke vom Festival:


Die studentische Schattenspielergruppe aus der Friedens- und Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg, 2. Juni 2015 (Bild: Anne-Linda Amira Augustin)



Marburger Gäste schauen sich die Fotografien des Festivals an, 2. Juni 2015 (Bild: Lukas Eger)



Die Podiumsgäste und die fleißigen Helfer beim Abendessen, Marburg 2. Juni 2015 (Bild: Anne-Linda Amira Augustin)



Die Podiumsgäste und DJGler besichtigen Marburg, 3. Juni 2015 (Bild: Anne-Linda Amira Augustin)



Berliner DJG-Treffen mit Regisseurin Sara Ishaq, 3. Juni 2015 (Bild: Mareike Transfeld)



Beiratsmitglied Heiner Walther betreut den DJG-Stand, Leipzig 4. Juni 2015 (Bild: Anne-Linda Amira Augustin)



Fotoausstellung des Festivals, Leipzig 4. Juni 2015 (Bild: Anne-Linda Amira Augustin)



Sara Ishaq und Amal Nasser beim Podiumsgespräch, Leipzig 5. Juni 2015 (Bild: Christopher Resch)



Besucher des Festivals beim Buffet, Leipzig 5. Juni 2015 (Bild: Anne-Linda Amira Augustin)



Anstehen am Buffet, Leipzig 5. Juni 2015 (Bild: Christopher Resch)