Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Deutsch-Jemenitische Gesellschaft feiert ihr 50jähriges Bestehen in einem wahren Ausnahmezustand. Die von allen mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung im Mai, die nicht nur einen neuen Vorstand wählen, sondern zu deren Rahmenprogramm auch die Vernissage der ersten großen Jemen-Ausstellung in Deutschland seit vielen Jahren ge­hören sollte, musste aufgrund der Corona-Pandemie auf Herbst dieses Jahres verschoben werden. Wir hoffen sehr, dass alle DJG-Mitglieder und Jemen-Freund*innen die kommenden Wochen und Monate gesund überstehen, sodass wir dann doch noch gemeinsam das Jubiläum der DJG feiern können!

Seit 50 Jahren engagieren sich nunmehr Jemenit*innen und Jemen­ Freund*innen gemeinsam im Rahmen dieser Gesellschaft für den Jemen und die deutsch-jemenitischen Beziehungen. Angesichts der Tatsache, dass die meisten von uns seit inzwischen mehr als fünf Jahren nicht mehr in den Jemen reisen und damit das Land aus nächster Nähe er­ leben können, ist das fortwährende Engagement der DJG-Mitglieder nicht nur bemerkenswert, sondern an sich ein Grund zu feiern. Es ist aber vielleicht auch Inspiration zur Meisterung der Coronakrise, die von uns allen soziale Distanz verlangt: Selbst aus der Feme können wir Freundschaften pflegen und uns gegenseitig unterstützen - zum Wohle des Jemen ebenso wie zum Wohle der Mitglieder dieser Gesellschaft.

Dieses Heft sieht das Ende einer Ära (und hoffentlich den Beginn einer neuen): Nach 16 Jahren und 22 Literaturlisten übergibt Marieke Brandt den Staffelstab bei der Erfassung aller Neupublikationen zum Jemen aus dem vergangenen Jahr an Thanos Petouris. Ich kann Marieke gar nicht genug danken für ihr langjähriges Engagement, das sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und von dem so viele von uns profitiert ha­ben! Gleichzeitig bin ich Thanos, der mit ähnlicher Leidenschaft der Jemen-Forschung verhaftet ist wie Marieke, sehr dankbar dafür, dass er sich so enthusiastisch zur Fortführung der Bibliografie bereit erklärt hat! Sie ist ein zentrales Stück des Jemen-Reports und dank Thanos wird es sie auch in den nächsten Heften geben.

Der 51. Band des Jemen-Reports ist ebenfalls in einem gewissen Aus­nahmezustand entstanden, was aber nicht Covid-19, sondern der Tatsache geschuldet ist, dass meine Zwillinge im letzten September in den Kindergarten gekommen sind und seitdem fast durchgängig krank waren. Da ich ja auch noch berufstätig bin, wurde die Arbeit am Jemen-Report auf die allerletzte Möglichkeit verschoben, was viele Autor*innen unter Druck gesetzt hat. Für ihr Verständnis und ihre schnellen Reaktionen möchte ich allen ganz herzlich danken! Ein besonderer Dank gilt natürlich Sabine Schulz, die ich wahrlich ins Schwitzen gebracht habe und die dennoch wieder ein phantastisch gestaltetes Heft produziert hat. Mein Dank gilt auch Horst Kopp, der mir in der Zeitnot einige kleinere Dinge abgenommen hat, damit ich mich auf die großen Sachen fokussieren konnte. Großen Dank schulde ich aber auch meinem Mann, Bekim Agai, der an vielen Nachmittagen und Abenden seine eigene Arbeit für die Kinderbetreuung hat ruhen lassen, um mir die notwendige Zeit für die Fertigstellung dieses Heftes zu geben. Ich hoffe, Sie haben Freude daran!

Marie-Christine Heinze
Redaktion Jemen-Report
im März 2020