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Tawakkol Karman im Gespräch mit Staatsminister a.D. Günter Gloser, MdB und DJG-Beirat Martin Weiss |
Zu den aktuellen Ereignissen haben wir eine Facebook-Gruppe eingerichtet. Mitgliedsberechtigt in der Gruppe 'Deutsch-Jemenitische Gesellschaft e.V. (DJG)' sind alle DJG-Mitglieder.
Um Mitglied der Gruppe zu werden, müssen Sie über einen Facebook-Account verfügen. Dann suchen Sie nach der Gruppe 'Deutsch-Jemenitische Gesellschaft e.V. (DJG)' und beantragen durch Klicken auf den dazugehörigen button Ihre Mitgliedschaft. Ihr Antrag wird dann von unserer Gruppenadministratorin Marie-Christine Heinze mit der aktuellen DJG-Mitgliederliste abgeglichen. Sobald dies erfolgt ist, wird Ihr Zugang freigeschaltet.
Jedes Mitglied der Gruppe kann dann:
1.) Links zu empfehlenswerten Zeitungsartikeln, Berichten, Veröffentlichungen und Veranstaltungen zum Jemen einstellen, eigene Kommentare schreiben und Fotos mit allen anderen Gruppenmitgliedern teilen. Bitte achten Sie hier auf die Qualität der von Ihnen zur Verfügung gestellten Beiträge, sonst nimmt die Datenflut schnell überhand!
und 2.) neue Mitglieder hinzufügen. Bitte fügen Sie nur solche Mitglieder zur Gruppe bei, die tatsächlich auch Mitglieder der DJG sind. Wenn Sie der Meinung sind, dass diese Facebook-Gruppe für jemanden interessant sein könnte, so machen Sie doch die betreffende Person auf die Möglichkeit einer Mitgliedschaft in der DJG aufmerksam!
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir hier nur eine Plattform zur Verfügung stellen. Die in der Facebook-Gruppe eingestellten Beiträge geben nicht eine Meinung oder Position der DJG wieder.
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Der DJG-Vorstand hat sich, in Sorge um die Entwicklung im Land, in einem Schreiben an den Botschafter des Jemen in Deutschland gewandt. Hier ist der Text:
Exzellenz,
die Arabische Republik Jemen hat Freunde in der ganzen Welt. Wer Ihr Land als Tourist bereist, in ihm gearbeitet oder geforscht hat, hat es und seine Menschen in sein Herz geschlossen. Viele Besucher und Freunde des Jemen sind Mitglieder unserer Gesellschaften geworden, weil sie ihm auch in der europäischen Heimat verbunden sein, ihn unterstützen und von der Gastfreundschaft seiner Menschen, seiner faszinierenden Kultur und seinen überwältigenden Landschaften berichten wollen.
Unsere Mitglieder sind in großer Sorge. Sie vernehmen, dass es den Menschen in Ihrem Land zunehmend schlechter geht. Sie hören fast täglich von Verletzten und Toten. Unsere Mitglieder nehmen sich nicht heraus, zu sagen, welche Entwicklung für den Jemen die richtige ist. Wie schon in der Vergangenheit werden die Jemeniten ihren Weg selbst finden.
Sie bitten aber inständig darum, diesen Weg friedlich und ohne weiteres Blutvergießen zu gehen. Sie wollen ihre Freunde nicht leiden sehen. Sie wollen sie wieder besuchen können und glückliche Tage mit ihnen verbringen.
Bitte helfen sie ihnen dabei.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Peter H. Hellmuth, Vorsitzender
gez. Horst E. Schöpperle, Geschäftsführer
10. 11. 2012
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Im Laufe des Jahres 1969 vollbrachte die Republik Jemen für die arabische Welt eine Pionierleistung: Die jemenitische Regierung scherte aus der Gruppe arabischer Länder aus, die seit 1965 keine diplomatischen Beziehungen mehr zur Bundesrepublik Deutschland unterhielten - das waren damals alle Mitglieder der Arabischen Liga außer Tunesien. Nordjemen sprang sozusagen über den eigenen Schatten, indem es um Jahre früher als die anderen Liga-Mitglieder wieder diplomatische Beziehungen zwischen Sana'a und Bonn anknüpfte.
Aber auch die bundesdeutsche Regierung musste "über den eigenen Schatten springen". Es war Bonn, das 1965 die Beziehungen zu den Staaten der Arabischen Liga abbrach, nachdem diese die diplomatische Anerkennung der DDR beschlossen hatten. Bonn war damit der sogenannten Hallstein-Doktrin gefolgt, die keine diplomatischen Beziehungen zu einem neutralen Staat dulden wollte, in dessen Hauptstadt die DDR eine Botschaft unterhalten durfte. Im Nodjemen gab es ab 1969 nun aber zwei deutsche Botschaften - eine der Bundesrepublik und eine der DDR.
1969 war auch für den sogenannten Südjemen, d.h. für Aden und das südöstliche Hinterland bis zum Sultanat Oman, ein Schicksalsjahr. Von Britannien 1967 viel zu spät in die Unabhängigkeit entlassen, setzten sich dort 1969 die radikal zum Ostblock orientierten Kräfte des Unabhängigkeitskampfes durch. Es bildete sich eine pseudo-sozialistische Diktatur, die jahrzehntelang eng mit der damaligen Sowjetunion verbunden war und mit der DDR besondere Beziehungen pflegte.
Die Bundesrepublik beließ es ab 1969 nicht bei der bloßen Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zum Nordjemen. Wohl auch in Rivalität zu den Bemühungen des damaligen „zweiten deutschen Staates“ um Einfluss in beiden Jemen-Staaten, machte Bonn den Nordjemen Schritt für Schritt zu einem Schwerpunkt der Entwicklungspolitik. Der Bürgerkrieg im Nordjemen zwischen Royalisten und Republikanern erlosch erst 1970, nachdem ein Kompromissfrieden ausgehandelt worden war. Nun benötigten das Land, die Menschen und die Regierung dringend jede Art von Hilfe.
Herausragende Beispiele westdeutscher Hilfe waren die Fertigstellung des neuen Flugplatzes San’a’ 1973 und der festen Asphaltstraße zwischen San’a’ und Ta’izz in den folgenden Jahren. Zudem wurden wichtige Investitionen im Wasser- und Abwasserbereich finanziert. Technische Zusammenarbeit begann als Unterstützung im Agrarsektor und der ländlichen Entwicklung, setzte sich über die Ausbildung von Jemeniten im Gesundheitssektor fort und mündete in Zusammenarbeit bei der Berufsausbildung. Bald gab es auch Berater aus der Bundesrepublik in verschiedenen Ministerien des Nordjemen.
Aus der doppelten Vertretung von West-und Ostdeutschland in San’a’ wurde im Jahr der Wiedervereinigung 1990 eine einzige deutsche Botschaft. Nord- und Südjemen erzielten die Vereinigung rund ein halbes Jahr vor der Deutschland. 1991 besuchte der damalige deutsche Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Carl-Dieter Spranger, den Jemen. Der Minister wurde auch von Präsident Ali Abdallah Saleh empfangen. Der jemenitische Staatschef erläuterte die Schwierigkeiten, die den Jemen im Prozess des Zusammenwachsens begleiteten. Ali Abdallah Saleh sagte, es werde mindestens drei Jahre dauern, bis die Probleme überwunden seien. Er kenne die Probleme, die an Deutschland von dessen eigener Vereinigung gestellt würden. Doch er hoffe, dass die deutsche Regierung ihre alten Freunde, die Jemeniten, trotz aller anderweitigen Anforderungen nicht vergessen werde.
Der darauf folgende Ausbau der wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem Jemen bewies, dass Präsident Ali Abdallah Salehs Wünsche auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Jedoch blieben wie in Deutschland auch im Jemen die von der Vereinigung zweier Staaten verursachten Schwierigkeiten viel länger als drei Jahre bestehen. Immerhin gelang es im Jemen schließlich Grundlagen eines parlamentarischen Systems herzustellen, das bis heute zu wünschen übrig lässt, jedoch als Fundament eines demokratischen Staates dienen kann. Die Besuche zahlreicher deutscher Parlamentarier im Jemen in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung bezeugten dem Demokratie-Versuch hohe Wertschätzung.
Als Höhepunkt deutscher Wertschätzung für den Jemen aber darf der Besuch des Bundespräsidenten Richard von Weizsäckers im Juni 1992 gelten, rund 23 Jahre nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen. Damals hatte im Jemen der Versuch einer schrittweisen Demokratisierung erste Erfolge erzielt. In Deutschland war man sich bewusst, dass diese Entwicklung entscheidend vom Erfolg der Wirtschaftspolitik abhänge. Deswegen unterstrich auch Richard von Weizsäcker die Bereitschaft Deutschlands, dem Jemen im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe weiter zu unterstützen.
Im Frühjahr 2005 besuchte auch der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder den Jemen. In umgekehrter Richtung ist Präsident Saleh schon öfter Gast in Deutschland gewesen.
Peter Wald
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